Hasegawa   F/A-18C  Hornet    1:72

US Marine Corps  VMFA-232  "Red Devils"

Operation "Inherent Resolve" , Syrien 2015


Der Bausatz

Der Bausatz stammt ursprünglich aus dem Jahr 1985, weist dafür aber schon schöne, versenkte Gravuren auf. Die Detaillierung ist bis auf die enthaltene Bewaffnung und dem Cockpit recht ordentlich. Die Passgenauigkeit des Bausatzes ist ok, aber nicht überwältigend. Leider ist die Cockpithaube von der Form nicht ganz stimmig. Was mich ein bisschen stört, ist der nicht vorhandene Lufteinlauf. Die Öffnung geht komplett ins Leere.  Wie bei den neueren Kit´s von Hasegawa üblich, liegen dem Bausatz nur ein paar schlecht detaillierte AIM-9 Sidewinder und AIM-7 Sparrow bei. Drei Zusatztanks und zwei sehr schlecht detaillierte Laser-Zielbeleuchtung´s Behälter AN/AAS-83 und AN/ASQ-173 (beide nur für US Navy Version zu verwenden) "runden" das Paket ab. Dem Kit liegen Decals für eine Maschine der US Navy VFA-195 "Dambusters" in "Chippy Ho"-Lackierung und der USMC VMFA-232 "Red Devils" bei.


Der Bau

Sehr schnell stand anfangs für mich fest, dass es die Version der Marines "Red Devils" werden sollte. Da sich diese Maschine noch im aktiven Dienst befindet, sind aktuelle Fotos und Videos über das Flugzeug leicht zu recherchieren. Bei der Bewaffnung entschied ich mich für eine Beladung, welche für Kampfeinsätze über Syrien Verwendung fand.

 

(in Flugrichtung von links nach rechts)

Station 1: AIM-9X Sidewinder

Station 2: AGM-65 Maverick (lasergestützte Lenkung)

Station 3: Zusatztank

Station 4: AIM-120C AMRAAM

Station 5: AN/AAQ-28 Litening Pod ( Laser Ziel Beleuchter)

Station 6: leer

Station 7: Zusatztank

Station 8: 2x GBU-38 JDAM

Station 9: leer

( Die ungleiche Verteilung ergibt sich aus dem unterschiedlichen Gewicht der Lenkwaffen)

 

Die komplette Bewaffnung beziehe ich aus den Waffen-Set´s  von Hasegawa. Bei der Lackierung sollte man auf jeden Fall beim Grundton des Rumpfes vom Bauplan abweichen, da er mir zu dunkel und blaustichig erscheint. Der Farbton H338 (Mr Aqueous Hobby Color) ist extra für die F/A-18 ausgewiesen und müsste stattdessen gut passen. Zu beachten ist auch, dass die Bomben bei den Marines und Navy meistens grau lackiert werden (längere Widerstandsfähigkeit bei Feuer auf Flugzeugträgern).  

Wie immer begann der Bau im Cockpit-Bereich. Da dem Kit zwei unterschiedliche Pilotenfiguren beiliegen und das Cockpit optisch nichts zu bieten hat, entschied ich mich für die Verwendung der Alternativ-Figur (nicht im Bauplan vorgesehen), welche erstaunlich gut passte. Das Zusammensetzen des Cockpits und Rumpfes stellte sonst keine größeren Probleme dar. Lediglich sollte man schon frühzeitig den Sitz der Cockpithaube prüfen (Trockenpassung machen), da sich bei mir herausstellte, dass die Haube kleiner als der Sitz am Rumpf ist und es zu hässlichen Kanten kommen könnte, wenn nicht nachgearbeitet wird. Auch bohrte ich die Öffnung für die Bordkanone in der Nase auf.

Danach ging es an die Montage der Lufteinläufe. Da sie, wie anfangs erwähnt, ins Leere laufen, gestaltet es sich nicht einfach, dort einen "Sichtschutz" einzubauen. Ich positionierte die kleinen Sichtschutz-Plättchen wesentlich weiter vorne und innen, um einen größtmöglichen Bereich zu verblenden. Mit einer anschließenden Lackierung in schwarz, gelang das Verschließen des Bereiches auch den Umständen entsprechend gut. Auch ließ die Passgenauigkeit der Teile des Lufteinlaufes stark zu wünschen übrig und erforderte einiges an Schleifarbeit.

Die Tragflächen und die Seitenleitwerke gingen hervorragend anzubauen, da sie bei der Montage leicht geklemmt werden. So ist beidseitig der korrekte Winkel garantiert. Da ich die Probleme mit der Cockpitverglasung schon früh erkannte, gab es auch dort keine Überraschungen mehr. Nach der Trockenpassung der Bewaffnung an den Pylonen, konnte es auch schon an die Vorbereitung zum Lackieren gehen. 

Ich entschied mich schon früh, die roten Decals für die Spitzen der Seitenleitwerke nicht zu verwenden und lieber das Decal zu lackieren. Das ermöglichte mir auch, die Enden der Treibstoffbehälter in dem selben Farbton zu lackieren. Nach der Maskierung der Cockpitkanzel und dem Verschließen der Lufteinläufe, grundierte ich dann die oberen Enden der Seitenleitwerke mit Weiß vor. Anschließend trug ich ein leichtes Pre-Shading auf und lackierte dann die Spitzen in dem entsprechenden Rot (Gunze H414). Auch wurden schon Teile von der Schubdüse in Gunmetall-Grey von Vallejo lackiert, um später hässliche Farbkanten durch das Masking-Tape zu vermeiden. Nach dem Maskieren der bereits lackierten Flächen, wurde dann das komplette Modell und die Waffen in Weiß grundiert.

Nun trug ich ein leichtes Pre-Shading auf, welches leider am Schluss, nach der vollständigen Lackierung und Alterung, kaum mehr zu erkennen ist (beim nächsten Modell muss es kräftiger ausfallen). Anschließend spritzte ich die eigentliche Grundfarbe H338 (Mr Aqueous Hobby Color) auf das Flugzeug.

Nach dem Bemalen diverser kleinerer Bereiche (Nase, Fahrwerkschacht etc.), konnte es an die Alterung und Verschmutzung gehen. Auch dort ist mir ein Fehler unterlaufen, indem die Verschmutzung viel zu stark ausfiel. Um die Lackierung zu retten, übernebelte ich das Flugzeug noch einmal dünn mit der Grundfarbe, um den Effekt etwas zu mildern.

Nach einer Schicht Seidenmatt-Klarlack, ging es an die Anbringung der Decals (der Klarlack soll das "Silbern" verhindern). Da sie ziemlich dick ausfielen, gestaltete sich das Anbringen als schwierig, trotz intensivstem Einsatz von Weichmacher ("Revell Decal Soft" ist für dickere Decals einfach zu schwach). Leider ist mir auch hier wieder ein Fehler unterlaufen, indem ich das Hoheits-Abzeichen auf der linken Rumpfseite verkehrt anbrachte (wie mir das passieren konnte, ist mir immer noch ein Rätsel). 

Anschließend wurden die Decals mit einer Schicht Matt-Klarlack versiegelt. Jetzt ging es an die Konturierung mittels Blei- und Tuschestift.

Abschließend wurde auch die Konturierung mit einer Schicht Matt-Klarlack versiegelt und die Bemalung des Modells war abgeschlossen. Zum Schluss wurden alle separat lackierten Bauteile an das Modell geklebt. Aufgrund der vorher durchgeführten Trockenpassung aller Teile, gab es auch hier keine Überraschungen mehr.


Fazit

Der Bau des Modells hat überraschend viel Spaß gemacht, trotz kleinerer Probleme am Lufteinlauf und bei der allgemeinen Passgenauigkeit. Aufgrund der übersichtlichen Teilezahl und des einfachen Zusammenbaus, ist dieser Bausatz auch sehr gut für Anfänger geeignet.


August, 2017