Aller Anfang ist schwer

Einleitung

In diesem Kapitel, möchte ich kurz auf das richtige Vorbereiten eines neuen Bauprojektes eingehen. Wenn ich so an meine Kindheit denke, war die Sache damals recht einfach. Bausatz kaufen, Kleber und Bastelwerkzeug raus und los ging es. Natürlich kam es so häufiger zu Schwierigkeiten während des Baus, da manchmal der Bauplan, von der Reihenfolge der Bauschritte, nicht optimal war. Auch wurden oft Teile von mir verbaut, welche später schlecht im eingebauten Zustand, bemalt werden konnten.

Mir fehlte damals leider auch komplett der Bezug zum realen Flugzeug, da Informationen (Bilder etc.) sehr rar waren, aufgrund des fehlenden Internets (die Anzahl meiner Flugzeug-Bücher war recht übersichtlich). Das spiegelte sich letztendlich auch im "Spirit" wieder, mit dem die Modelle damals zusammengebaut wurden.


Informationen sind das halbe Leben

Dieser "Slogan" könnte vom Geheimdienst stammen, bringt die Sache aber gut auf den Punkt. Bevor man überhaupt an die richtige Planung geht, sollte man so viele Informationen über das Fluggerät zusammentragen, wie nur möglich. Hier geht es hauptsächlich um Bilder aus dem Einsatzalltag und Informationen über Systeme und Bewaffnung (Internet, Bücher etc.). Viele Bausätze geben falsche Bewaffnungen vor oder Lackierungen, die so überhaupt nicht existierten. Des Weiteren erkennt man sofort die Bereiche, an denen Verschmutzungen und Lackschäden regelmäßig auftreten, welches beim späteren "Weathering" ungemein hilfreich ist.

Ich persönlich lese auch immer ein wenig in der Entwicklungs- und Einsatzgeschichte, um einen besseren Bezug zum Projekt zu bekommen (das Modell wird damit ein wenig "lebendig" für mich).


Die Bauplanung

In der eigentlichen Bauplanung, werden die Informationen vom Bauplan und der vorherigen Recherche zusammengetragen. Hier muss man dann entscheiden:

 

  • Was möchte ich bauen? (welche Version soll es sein, welche Lackierung, welche Bewaffnung, etc.)

 

  • Wie möchte ich bauen? (möchte ich nach Bauplan bauen, ist die Reihenfolge des Bauplanes für mich sinnvoll, welche Teile können/werden separat zusammengebaut und lackiert, etc.)

 

  • Welche Farben benötige ich? (ist der Bauplan von der Farbvorgabe korrekt, welche zusätzlichen Farben möchte/muss ich einsetzen, etc.)

 

Bei dieser Planung sollte man sehr sorgfältig vorgehen, da Baupläne oft viele Fehler enthalten (falsche Teile, falsche/fehlende Farbangaben, falsche Lackierungen, falsche Decals etc.). Hier ist es ratsam, sich eher an Original-Fotos zu orientieren. Wichtig ist es, sich alle Informationen zu notieren, um auch später noch zu wissen, wie das Modell aussehen soll und in welchen Farben die einzelnen Bauteile lackiert werden. Des Weiteren ist es empfehlenswert, jetzt schon eine grobe Trockenpassung aller Großbauteile durchzuführen, um etwaige Passungsprobleme schon frühzeitig zu erkennen.


Schlusswort

Die komplette Vorbereitung wird bei mir schon regelrecht "zelebriert" und ist fester Bestandteil des Bauens geworden. Dieser Prozess dauert ca. eine Woche, in der ich mich langsam mental auf das Projekt einlasse und er hilft mir, das Maximale aus meinen Fähigkeiten herauszuholen.

 

Wichtig ist es, sich immer anzuspornen und ein Ziel vor Augen zu haben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und jeder Modellbauer hat dutzende Bausätze benötigt, um dieses Niveau zu erreichen, auf dem er sich heute befindet. Auch sollte man aus Fehlern etwas positives ziehen, indem man sie als Erfahrung "abstempelt". Im Grunde genommen geht es ja um das Kreative, dass wir etwas erschaffen und natürlich dem Spaß am Hobby.


Juli, 2017