Bausätze richtig Lagern


Einleitung

Viele werden sich jetzt denken: "Das benötige ich nicht, habe nie mehr als ein paar Bausätze auf Lager". Früher oder später kommt aber jeder einmal in die Situation, in der er einen "besonderen" Bausatz für später aufheben möchte, sei es aus Zeitmangel oder wegen noch unzureichender Erfahrung.

Manchmal ist es auch einfach ratsam, einen interessanten Bausatz jetzt schon zu kaufen, obwohl man in absehbarer Zeit keine Möglichkeit hat ihn zu bauen. Einige Bausätze sind nicht lange auf dem Markt und danach sehr schwer zu bekommen. Hier sollte man frühzeitig zuschlagen und nichts dem Zufall überlassen. Einige Bausätze klettern preislich schnell in astronomische Höhen (das Dreifache vom Ladenpreis ist keine Seltenheit). 


Bausätze kontrollieren

Bei einem Neukauf ist es ganz wichtig, den Bausatz auf Vollzähligkeit und Unversehrtheit zu überprüfen. Ich kann es nicht mehr zählen, bei wie vielen Bausätzen Teile gebrochen waren (oft Klarsichtteile) oder sogar komplett fehlten. Einen beschädigten Bausatz kann man oft nur zeitnah reklamieren (Rechnung aufheben).

Auch sind häufig die Teile verrutscht (durch den Transport) und drücken aufeinander. Hier sollte man darauf achten, dass sie spannungsfrei im Karton liegen (und niedriger als der Deckel, beim Stapeln von Bausätzen), ansonsten kann es mit der Zeit zu Verformungen von einzelnen Bauteilen kommen.


Decals Lagern

Decals neigen mit der Zeit dazu (über Jahrzehnte), zu vergilben und porös zu werden. Dann kann es passieren, dass sie beim Anbringen in "tausend" Teile zerfallen. Um dies zu verhindern (oder zumindest zu verzögern), gibt es ein paar einfache Regeln zu beachten. Als Erstes dürfen Decals niemals in feuchten Räumen gelagert werden (feuchte alte Keller etc.).

Des Weiteren sollte man sie immer vor direkter Sonneneinstrahlung schützen (dunklen Ort wählen). Auch sind starke Temperaturschwankungen der Haltbarkeit nicht gerade förderlich (Dachboden, Garage, an Heizkörpern etc.).

 

Ich persönlich belasse meine Decals im Bausatz, mit dem Unterschied, dass sie in einen Gefrier-Koch-Beutel mit Zip-Verschluss eingetütet werden (Luft herausdrücken). Diesen Beutel stecke ich dann in die Mitte der Bauanleitung, welche wiederum am Boden des Karton liegt (das Gewicht der Bauteile verschließt die Bauanleitung und somit die Tüte). Gefrier-Koch-Beutel dürfen selbst bei extremen Temperaturen, keine chemischen Bestandteile nach innen abgeben (da für Lebensmittel zugelassen), daher halte ich sie für besonders gut geeignet (auch ist mir kein Verfallsdatum der Beutel bekannt). Viele Decals lagern so schon seit drei Jahren bei mir und bis jetzt sind noch keine Probleme mit der Methode aufgetaucht.

Leider kann man erst nach Jahrzehnten wirklich klare Aussagen über die Wirksamkeit der Methode machen, daher ist sie mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.


Lagerung des Bausatzes

Ich bewahre alle Bausätze grundsätzlich in Schränken in der Wohnung auf. Dies garantiert trockene Luft, relativ geringe Temperaturschwankungen und verhindert Schäden durch Sonnenlicht (UV-Strahlen). Auch sollte man Bausätze nicht zu hoch stapeln. Egal wie stabil die Kartons sind, auf Dauer werden sie dem Gewicht nachgeben (wenn es übertrieben wird).

 

Ich persönlich schaue mir jeden Karton genau an und entscheide dann, je nach Stabilität, wo er hinkommt (z.B. halten Revell-Faltkartons weniger aus, als Stülpdeckelkartons von Trumpeter). Wer schon einmal 6-7 große Bausatz-Kartons (1/32 oder 1/48) gleichzeitig hochgehoben hat weiß, wie schwer die sein können. Dieses Gewicht drückt nun Monate/Jahre auf den untersten Karton, mit eventuell entsprechenden Folgen (gebrochene und/oder verformte Bauteile).


Juli, 2017