Das Filtern am Modell

Einleitung

Das Filtern kommt zur Anwendung, um farbige Flächen lebhafter erscheinen zu lassen. Besonders einfarbige Modelle (z.B. moderne Kampfflugzeuge im "Einheitsgrau") wirken doch recht langweilig, wenn man sie nur nach Bauplan lackiert. Hier sollte man möglichst viele Malmethoden anwenden, um dem Modell mehr "Leben" einzuhauchen (Filtern, Schattieren, Aufhellen, Blechstöße betonen etc.). Das Filtern ist von diesen eines der wirkungsvollsten und dazu noch relativ einfach umsetzbar.


Das Filtern

Beim Filtern nutzen Modellbauer normalerweise Ölfarben auf Acryl-Untergrund. Hiermit möchte man vermeiden, dass der Ölfarben-Verdünner den Untergrund angreift. Da ich rein nur Acryl-Farben benutze, mache ich mir wieder den Unterschied zwischen wasser-mischbaren Acryl-Farben und alkohol-mischbaren Acryl-Harz-Lacken zunutze (siehe auch "Werkzeug & Material" Rubrik "Farben").

 

Als Erstes lackieren wir unser Modell wie gewohnt (ob mit Acryl-Farbe oder Acryl-Harz-Lack ist hier völlig egal). Nach dem Aufbringen der Decals (siehe auch Rubrik "Decals ohne Silbern"), tragen wir eine satte Schicht alkohol-mischbaren Acryl-Harz-Glanz-Klarlack auf (nur getestet mit Gunze- oder Tamiya-Klarlack). 

Nach einer ausreichenden Trocknungszeit des Klarlacks (24 Stunden sind nicht übertrieben), tragen wir wahllos punktuell diverse Washing-Farbtöne aus wasser-mischbarer Acryl-Farbe auf der Modelloberfläche auf (nur getestet mit Vallejo Model Wash). Für grau lackierte Modelle eignen sich helle Grau- und Blautöne. Bei Tarnungen in Braun- und Grüntönen sollte das Blau durch ein Braun und/oder Grün ersetzt werden. Muss das Washing weiter verdünnt werden, darf ausschließlich nur Wasser benutzt werden, da dies mit Verdünner (Vallejo Airbrush Thinner) zu starker Fleckenbildung führen kann (bei längerer Verweildauer auf der Lackierung). Die Benutzung einer Mischpalette ist beim Filtern empfehlenswert.

Jetzt verstreichen wir die Farben mit einem groben Pinsel auf der Modelloberfläche. Dabei wird beim Höhenleitwerk und der Tragfläche immer in Flugrichtung gestrichen und beim Seitenleitwerk und dem Rumpf von oben nach unten.

Wichtig ist, dass man sich immer von Fläche zu Fläche vorarbeitet und das Washing nach dem Auftragen zeitnah verstreicht (verhindert Fleckenbildung). Sollte das Ergebnis zu kräftig ausfallen, benutzt man einen mit Verdünner angefeuchteten groben Pinsel (Vallejo Airbrush Thinner), um nachträglich weiter zu verblenden. Dabei muss behutsam auf der Modelloberfläche gearbeitet werden, da sonst der Verdünner ab einem gewissen Zeitpunkt die Lackierung angreifen könnte (bitte nicht die Oberfläche in Verdünner tränken und minutenlang mit dem Pinsel darauf rumreiben). Das die Lackoberfläche nach dem Verblenden etwas klebrig wird, ist völlig normal (Handschuhe tragen um Fingerabdrücke zu vermeiden). Sie härtet nach einer kurzen Zeit wieder vollständig aus.      


April, 2018