Halten & Befestigen

In diesem Kapitel widmen wir uns der Handhabung der Bauteile und des kompletten Modelles, während der unterschiedlichen Bauphasen.

Gerade beim Lackieren per Airbrush ist es oft nicht möglich, das Bauteil einfach in der Hand zu halten. Das würde zwangsläufig in einem unsauberen Lackierergebnis enden. Um dies zu vermeiden, kann man das Bauteil an der Klebestelle (oder einfach an einer später zu lackierenden Stelle), mit einem Tropfen Sekundenkleber, auf einem Gussast-Stück befestigen. Ein angebohrtes Frühstücksbrett kann hier gut als Ablageplatz zweckentfremdet werden. Nach der fertigen Lackierung, lässt sich das Bauteil einfach von dem Gussast-Stück wieder abbrechen (nicht zu viel Sekundenkleber verwenden). Niemals sollte man für diese Methode Plastikkleber verwenden, da sonst der Verschweißungs-Effekt eintritt (siehe Rubrik "Kleber").

Auch benötigen wir beim Lackieren und Trocknen der Farbe bei einfarbigen Modellen eine gewisse "Bodenfreiheit". Hier kann man Abhilfe schaffen, indem das Modell im Fahrwerksbereich auf Zahnstocher gestellt wird.

Bei mehrfarbigen Modellen ist die Handhabung etwas einfacher, da sich meistens Stellen finden lassen, an denen das Modell gut gegriffen werden kann. Aber auch hier können wir uns die Arbeit etwas erleichtern. Eine selbstgebaute Plattform aus aufgeschäumten Kunststoff (oft verwendetes Verpackungsmaterial), bietet jederzeit die Möglichkeit, das Modell schonend in Rückenlage abzulegen.

Beim Zusammenkleben größerer Bauteile ( Tragflächen, Rumpf etc.) haben sich bei mir Wäscheklammern oder Klemmzwingen (Leimzwingen) als hilfreich erwiesen. Sie können eine unvollständige Verklebung verhindern und ersetzen die sogenannte "dritte Hand".

Pinzetten in allen erdenklichen Formen und Größen, erleichtern das Ankleben von Kleinstbauteilen ungemein. Auch sind sie beim Anbringen von Decals ein nicht wegzudenkendes Werkzeug.

Ich persönlich versuche, alle fertig lackierten Flächen und am Schluss auch das Modell, nur noch mit Handschuhen anzufassen. Der Hintergrund liegt darin, dass ich hässliche Fingerabdrücke auf der Lackierung weitestgehend vermeiden möchte. Auch habe ich bei älteren Modellen, aufgrund der Schweißrückstände, eine Veränderung des Farbtones an den Griffstellen festgestellt (besonders ausgeprägt bei Mattlack). Wichtig ist auf jeden Fall, dass nach dem Entfetten der Oberfläche des Modelles mit Alkohol, zur Vorbereitung der Lackierung, das Modell nicht mehr mit bloßen Händen berührt wird. Das gilt übrigens auch so lange, bis die komplette Lackierung abgeschlossen ist. Ansonsten erhöht sich die Gefahr, dass sich die Farbe, beim Maskieren auf lackierten Flächen, vom Modell ablöst, da sie schlechter auf der Oberfläche haftet. Zum Glück blieb ich bis jetzt von solchen Unfällen verschont.


Juli, 2017