Maskieren


Einleitung

Maskieren - ein leidiges Thema für jeden, der sich für das Airbrushen entschieden hat. Schnell kommt man an den Punkt, wo Lackierungen an Bauteilen durchgeführt werden müssen, welche Stellen aufweisen, die nicht mitlackiert werden sollen (Klebestellen, Cockpitscheiben, Lufteinläufe, Fahrwerksschächte etc.). Hier müssen wir maskieren (zukleben, abdecken etc.), um die Stellen vor dem Farbnebel zu schützen. Dies ist manchmal nicht so einfach und erfordert viel Zeit, Geduld und nicht selten Kreativität. Es ist nämlich oft die Maskierung, die am Ende entscheidet, ob eine Lackierung gelungen ist oder nicht. Wer hier schlampig arbeitet, hat schon verloren.

 

Auch ist das Maskieren von lackierten Flächen nicht ganz ungefährlich (abziehen der Farbe beim Entfernen) und erfordert eine gründliche Vorbereitung vor der Lackierung. Deshalb ist es absolut wichtig, vor der ersten Lackierung, das Modell mit Alkohol zu reinigen. Dies entfernt letzte Staubreste vom Schleifen und anhaftende Schweißablagerungen der Finger. Ich mache dies mit großer Sorgfalt und bis jetzt habe ich mir, mit dem Abziehen der Maskierung, noch nie die untere Farbe mit abgezogen. Generell versuche ich das Maskieren, durch vorausschauendes Bauen, auf ein Minimum zu beschränken (das spart Zeit und Geld). Wer ein ganzes Modell abkleben muss, um eine Antenne zu lackieren, hat in jeglicher Hinsicht was falsch gemacht (schlechte Bauplanung, mangelhafte Handhabung der Airbrush).  


Klebeband

Generell würde ich von Klebeband (Kreppband) aus dem Baumarkt/Supermarkt abraten. Oft ist die Klebekraft sehr stark und ein Abziehen der unteren Farbe sehr wahrscheinlich. Hier ist man mit einem speziellen Modellbau-Klebeband (Masking Tape) besser beraten. Sehr zu empfehlen ist das Klebeband von Tamiya. Es ist nicht zu schwach, dass es sich von alleine wieder löst und auch nicht so stark, dass die Farbe daran kleben bleibt. Auch hinterlässt es, selbst nach längerem Verbleib auf dem Modell, keine Klebereste, was nicht unerheblich ist. Leider ist es nicht gerade preiswert.

 

Ebenfalls empfehlenswert und sehr praktisch ist das Kurven-Klebeband von Tamiya. Es macht das Abkleben von Rundungen sehr einfach. Gerade bei den Cockpitscheiben, Flugzeugnasen und im Schubdüsen-Bereich hat es sich bei mir als sehr wertvoll erwiesen. Auch hier ist der Preis nicht gerade gering. 

 

Zum Erstellen von Schablonen bietet Tamiya ebenfalls interessante Produkte an. Hiermit lassen sich größere Decals selber lackieren (Hoheitsabzeichen etc.), was im Ergebnis natürlich wesentlich hochwertiger wirkt. Dabei wird das Original-Decal passgenau ausgeschnitten und per Bleistift auf das selbstklebende Schablonenblatt übertragen. Anschließend wird an der angezeichneten Linie mit einem Skalpell ausgeschnitten und die Schablone auf das Modell geklebt.


Flüssig-maskiermittel

Flüssig-Maskiermittel (Liquid Masking Tape) ist ein sehr praktisches Hilfsmittel. Es besteht aus einer Flüssigkeit, welche relativ schnell, nach dem Auftragen mit einem Pinsel, zu einer Art Folie aushärtet (immer zwei Schichten auftragen, um eine gewisse Folienstärke zu erhalten). Nach erfolgreicher Lackierung, lässt es sich rückstandsfrei vom Bauteil wieder abziehen. Ich verwende es gerne beim Maskieren von Cockpitscheiben, um Klebeband und Zeit zu sparen. Auch sehr praktisch ist Flüssig-Maskiermittel zum Erstellen von Farbabplatzern auf Modellen. Hier wird einfach spritzerweise Flüssig-Maskiermittel auf die Lackierung aufgetragen und dann überlackiert. Anschließend wird es wieder abgerubbelt und der darunterliegende Lack kommt zum Vorschein.


Alternative Maskiermittel

Manchmal gibt es am Modell Stellen, an denen man mit den klassischen Maskiermitteln schwer weiterkommt (Lufteinläufe, Schubdüsen etc.). Wer einmal versucht hat, einen runden Lufteinlauf mit Klebeband bündig zu schließen, weiß wovon ich rede. Hier bieten sich alternative Hilfsmittel an. Bei Lufteinläufen und anderen Öffnungen, hat sich bei mir Moosgummi oder aufgeschäumter Kunststoff (aus Verpackungsmaterial), als sehr nützlich erwiesen. Diese Materialien lassen sich gut mit einer Schere zurechtschneiden, sind sehr flexibel und können einfach mit einer Pinzette wieder entfernt werden.

 

Bei Schubdüsen rolle ich mir einfach etwas Papier zusammen und stecke es in die Öffnung. Die Spannung im Papier reicht aus, um die Kanten zu verschließen. Papier ist auch sehr hilfreich beim Lackieren von großen Flächen. Es lässt sich einfach unter die Kante vom Klebeband klemmen und kann somit große Teile des Modelles abdecken. Das spart Zeit und Klebeband.  


Juli, 2017